Über uns
Daltons Forever…
Bavarian Tailhook im Portrait
"Die Daltons" werden sie genannt - seit der Airpower 2013. Auf der großen Airshow in Zeltweg standen Alexander Balk, Rainer Steinberger, Franz Fraundienst und Wolfgang Nützl zufällig der Größe nach aufgestellt vor einer ihren Maschinen, der T-28. Ein Besucher meinte: „Seid ihr die Daltons?“. Diese Aussage zauberte allen Beteiligten ein schmunzeln ins Gesicht und blieb im Gedächtnis.
Alles begann im Fliegerclub Mühldorf am Inn. Wolfgang trat schon 1988 bei, Franz 1993, Rainer 1998 und Alex folgte im Jahr 2010. Nach der Ausbildung und ausreichend Flugstunden wurde der Wunsch nach einem Warbird laut… Wolfgang und Rainer wollten eine T-6, Franz legte sein Veto ein - und hatte mit einer T-28 schon etwas anderes, Größeres im Blick.
Und was sich diese Herren in den Kopf setzen wird auch umgesetzt.
Wolfgang macht sich 2009 mehrmals auf den Weg in die Vereinigten Staaten, um sich nach einer T28 umzuschauen. Bei einem Sammler in Oshkosh wurde er fündig und entdeckte die heutige D-FUMY, eine T-28C mit der Baunummer 146246, welche mit der Ordernummer 252-9 an die US-Navy ausgeliefert worden war. Die Maschine kam danach bei verschiedenen Einheiten auf der Naval Air Station in Corpus Christi/Texas und in Pensacola/Florida im Einsatz. Wie bei den meisten Trainingsflugzeugen der US Navy wurden mit ihr auch viele Trägerlandungen durchgeführt.
Als "C" Version der T-28 verfügt die Maschine zudem über einen stärkeren Wright Cyclon 1820-86-B 9-Zylinder Sternmotor mit einer Startleistung von 1425 PS. Nach ihrem Militärischen Dienst wurde die Trojan eingelagert, ging bereits 1979 in private Hände und durchlief verschiedene Stationen in den USA. 2010 wurde sie dann nach Mühldorf überstellt.
Obwohl immer vereint ging auch jeder der vier Piloten seinen eigenen fliegerischen Weg. Wolfgang verbrachte viel Zeit in Cockpit von Paul Hoffmanns legendäre Antonov An-2 und war mit seiner Yak-52 fixer Bestandteil vieler Flugtage im Süden der Republik, Rainer Steinberger orientierte sich eher in Richtung Kunstflug und Airshows. Franz war beruflich viel mit seiner Cessna unterwegs und der Weg von Alex führte über eine Decathlon schließlich zur Yak.
Bei der Yak-11 D-FYII handelt es sich eigentlich um eine Let C-11 mit der Seriennummer 171312 welche das Werk im tschechischen Let Kunovice im November 1955 verließ. Mit der Nummer "1312" operierte sie bis August 1964 als Trainingsflugzeug für die tschechoslowakische Luftwaffe. Nach dem Ausschluss aus dem militärischen Einsatz wurde das Flugzeug 1964 als OK-JIK an einen tschechoslowakischen Aeroklub übergeben.
Die Maschine wurde von der bekannten Skoda Kunstflugstaffel aus Mlada Boleslav verwendet und kam in dieser Rolle bei vielen Flugshows in und rund um die Tschechoslowakei zum Einsatz. Der letzte Flug fand am 12. Juni 1976 statt, anschließend wurde die heutige "India-India" im Luftfahrtmuseum Kbely bei Prag eingelagert.
1989 kam der Warbird durch einen Tausch gegen eine Bücker nach Deutschland. Noch im selben Jahr wurde sie von Anthony Bianchi gekauft, nach England überstellt und mit dem Kennzeichen G-BTZE registriert. 2007 übernahm Mark Riikse die Maschine und beauftragte die Restaurierung durch PPS. Als Teil der Restaurierung erfolgte auch die Lackierung in einem Camouflage Farbschema, das einer Sonderbemalung einer sowjetischen Staffel nachempfunden wurde. Der erste Flug nach der Restaurierung erfolgte am 30. November 2011. Im Jahr 2017 wurde die Maschine dann von Bavarian Tailhook übernommen und nach Mühldorf überstellt.
Mit der T-28 und der Yak-11 im Hangar in Mühldorf haben sie sich die vier Freunde aus Bayern ihren fliegerischen Traum erfüllt.
Ein ungleiches Paar:
Die T-28 ist mit ihrer maximalen Startmasse von 3,9 Tonnen fast doppelt so schwer wie die Yak-11. Gleichzeitig fliegt sie sich auch viel gutmütiger als der filigrane Jäger aus Tschechien. Zudem hat die Trojan mit ihren 1450 PS mehr als doppelt so viele Pferde unter der Cowling wie die Yak. Trotzdem passen die beiden in der Luft gut zusammen und zaubern den Piloten nach jedem Flug ein Lächeln ins Gesicht.
Mit der steigenden Erfahrung auf den Warbirds wurde das Fliegen auf Flugtagen und Airshows immer mehr und das ungleiche Paar begeistert immer wieder das Publikum. Solche „Männertouren“ mit den beiden Oldtimern führten die vier Freunde hauptsächlich zu Veranstaltungen in und um Deutschland. Einer dieser Events war die AirPower 2013. Dort standen die vier der Größe nach aufgestellt vor der Trojan und beobachteten die Displays der Kollegen: Alex (der Große :-) Rainer, Franz, Wolfgang. Der Zuschauer kommentierte, der Rest ist Geschichte.
Die ungebremste und von allen geteilte Leidenschaft zur Fliegerei und zu Oldtimern verbindet die vier Bayern und macht das Team so besonders. So steht die Tür des Hangars in Mühldorf quasi immer offen. Und anstelle von Schießereien wie im Western gibt es Sternmotorsound vom feinsten.
Rainers Einsatz um die T-28 führte ihn dann auch in das Cockpit der Flying Bulls, er erfüllte sich damit einen langgehegten Traum. Leider verunglückte Rainer am Heimweg von der Leszno Airshow im Juni 2021 tödlich. Dieser Vorfall brachte den Rest der bayrischen Daltons noch näher zusammen, eröffnete aber auch neue Perspektiven. Aber egal womit und wo es auch hin geht - Rainer fliegt immer mit. Die Yak-11 trägt am Heck auch den Schriftzug „In Memory of Rainer Steinberger“.
Daltons Forever.